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Streiks legen Flughäfen in Deutschland lahm



/ 27.04.2016 / Frankfurt/Main (dpa) - Zehntausende Fluggäste haben am Mittwochmorgen auf Deutschlands größten Flughäfen die Ausweitung des Warnstreiks im öffentlichen Dienst deutlich zu spüren bekommen.

Allein am Airport in Frankfurt wurden nach Angaben eines Sprechers
der Gewerkschaft Verdi bislang 392 Flüge gestrichen. Insgesamt waren
acht Flughäfen betroffen. Ein Ausweichen auf die Schiene war
ebenfalls mit Problemen verbunden, da auf einem Teil der
Hochgeschwindigkeitstrecken der Bahn Bauarbeiten für Verzögerungen
sorgen.

In Frankfurt hielten sich die Verzögerungen in Grenzen. Seit 8.00 Uhr
schloss sich auch die Flughafenfeuerwehr dem Ausstand an und legte
damit die Nordwestlandebahn still. «Wir haben genügend Kapazitäten
auf der Süd- und der Centerbahn», sagte eine Fraport-Sprecherin. Ohne
Feuerwehr ist ein Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen zwar nicht
möglich, doch für den Ernstfall gibt es Notdienstvereinbarungen.

Auch am Airport Köln/Bonn wirbelte der Ausstand der Flughafen-
Feuerwehr den Flugplan mächtig durcheinander. Betroffen waren
zunächst 30 Passagierflüge. Auch im Laufe des Tages werden große
Teile der Flughafenbelegschaft in Köln/Bonn ihre Arbeit niederlegen.
Bislang wurden 103 von 276 geplanten Flügen gestrichen.

In Düsseldorf wurden zunächst 48 der insgesamt 590 Flüge annulliert.
Inwieweit noch weitere Verbindungen betroffen sind, könne man bislang
noch nicht absehen.

Am Flughafen München seien vor allem Mitarbeiter der Bodenabfertigung
und der Sicherheitsgesellschaft dem Streikaufruf gefolgt, sagte ein
Verdi-Sprecher. Konkrete Zahlen würden im Laufe des Vormittags
erwartet.

An den Flughäfen Hannover und Bremen fielen 25 Flüge aus. In Hamburg
wurden nach Angaben des Betreibers insgesamt 31 Abflüge und 31
Ankünfte gestrichen. Auf den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld
wurden insgesamt 99 Flüge annulliert.

Verdi hatte im Rahmen der Tarifrunde Öffentlicher Dienst zu den
Streiks an Flughäfen aufgerufen. Gewerkschaftschef Frank Bsirske
verteidigte die Entscheidung. Sinn solcher Arbeitsniederlegungen sei
es, Tarifverhandlungen zu beschleunigen, sagte er der «Süddeutschen
Zeitung» (Mittwoch). «Ich hoffe, dass dieses Signal verstanden wird
und wir bei der dritten Runde am Donnerstag und Freitag zu einer
Einigung kommen.»

Außer an den Flughäfen legten in Berlin und anderen Städten am
Mittwoch die Mitarbeiter diverser Behörden wie der Stadtreinigung,
der Wasserbetriebe und der Bäderbetriebe die Arbeit nieder.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière bewertete die Ausweitung der
Warnstreiks im öffentlichen Dienst als unverhältnismäßig. «Für die
Bestreikung ausgerechnet von wichtigen Flughäfen und Berliner
Kliniken gibt es keinen vernünftigen Grund. Damit treffen die
Gewerkschaften nur Unbeteiligte», sagte der Christdemokrat in einer
am Mittwoch verbreiteten Mitteilung seiner Behörde. Den
Gewerkschaften seien zuletzt eine Tariferhöhung von drei Prozent
sowie weitere Zugeständnisse angeboten worden.

In dem Tarifstreit fordert Verdi sechs Prozent mehr Geld bei einem
Jahr Laufzeit des Vertrages. Die Arbeitgeber - der Bund und die
Kommunen - haben drei Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwei Jahre
geboten. Die dritte Verhandlungsrunde findet am 28. und 29. April in
Potsdam statt.


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