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Volkswagen steckt in der Krise fest und plant darüber hinaus


/ 29.03.2016/ Die Aufarbeitung des Abgas-Skandals könnte VW länger beschäftigen als der Konzern gehofft hat. Dennoch muss der deutsche Autobauer auch
nach vorn schauen. Die Krise setzt Sparpläne und Reformwünsche
endgültig auf die Agenda.

Wolfsburg (dpa) - Volkswagen kommt in der Abgas-Krise nicht voran und
muss doch die Weichen für die Neuaufstellung des Konzerns stellen.
Die Behörden in Deutschland, den USA und Südkorea sind nicht
zufrieden mit den Vorschlägen zur Umrüstung der von den
Abgas-Manipulationen betroffenen Diesel. Der Zeitplan für die
Beseitigung der Mängel an Millionen Fahrzeugen droht zu kippen, die
Unsicherheit wächst und Kunden sind verärgert. Derweil wird im
Aufsichtsrat die künftige Aufstellung der Kernmarke diskutiert. Im
Gespräch ist ein Beirat, der strategische Weichenstellungen
begleitet.

Die südkoreanischen Behörden weiten laut Medienberichten ihre
Ermittlungen gegen den deutschen Autokonzern aus. Jetzt sollen auch
aktuelle Modelle auf die Einhaltung von Abgas-Vorschriften hin
überprüft werden, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am
Sonntag unter Berufung auf das Büro der Staatsanwaltschaft in Seoul
berichtete. Südkorea wirft dem Konzern vor, bislang nur mangelhafte
Rückrufpläne für mehr als 125 000 Diesel eingereicht zu haben.

Auch die groß angelegte Umrüstung in Deutschland liegt auf Eis, weil
das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) noch Prüfbedarf hat. Um den
betroffenen Autos eine neue Software aufspielen zu können, ist eine
Freigabe des KBA nötig. Dem Vernehmen nach sind höhere
Kraftstoff-Verbrauchswerte ein möglicher Grund für die Verzögerungen.
In den USA steht eine Einigung mit den Umweltbehörden noch aus. Dazu
hat ein Gericht VW noch Zeit bis zum 21. April gegeben.

Zu Ostern wurden Pläne bekannt, wonach einflussreiche Kontrolleure im
VW-Aufsichtsrat den Umbau bei Volkswagen-Pkw mit einem neuen
Strategie-Gremium vorantreiben wollen. Die Kernmarke um Golf und
Passat soll nach dpa-Informationen einen Beirat erhalten, der
strategische Weichenstellungen bei Zukunftsfragen wie
Elektromobilität und Digitalisierung begleitet. Aber auch heiße Eisen
wie Stellenabbau oder Arbeitsschwerpunkte einzelner Fabriken könnten
in dem Gremium debattiert werden, bevor sie zur finalen Abstimmung im
20-köpfigen Aufsichtsrat des VW-Konzerns landen.

Anders als die Schwestermarken Audi und Porsche hat VW-Pkw keinen
eigenen Aufsichtsrat. Den könnte es auch nicht geben, weil Marke und
Konzern formal nicht genug getrennt sind. Zunächst müsste also der
juristische Rahmen des Beirates geklärt werden: Was darf er? Was soll
er leisten, und mit wie vielen Mitgliedern? Das Unternehmen wollte
sich zu Details nicht äußern. Aus Konzernkreisen hieß es, spruchreif
sei noch nichts.

Die Pkw-Kernmarke mit Modellen vom Kleinstwagen Up bis zum Dickschiff
Phaeton steht für fast die Hälfte vom Absatz und Umsatz des gesamten
Konzerns. Sie kämpft seit Jahren mit Renditeschwächen. Schon Ex-Chef
Martin Winterkorn hatte einen Milliardensparkurs verordnet.


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